Beste Bildung für alle

Dwora Stein - Chefredakteurin, Geschäftsführerin der GPA-djp

Dwora Stein

Bildung ist nicht nur sehr wichtig von für jeden einzelnen von uns, sie ist auch von zentraler Bedeutung für die gesamte Gesellschaft und für die Volkswirtschaft. Daher hat der ÖGB für 2011 das Thema Bildung zum Jahresschwerpunkt gewählt.

Unser Bildungssystem ist verbesserungsbedürftig, und zwar vom Kindergarten über das  gesamte Schulwesen bis zu den Universitäten und Hochschulen. Wir haben uns in dieser Ausgabe der KOMPETENZ näher mit der Pflichtschulzeit und der politischen Debatte um die dringend notwendige Schulreform auseinandergesetzt.

Unser derzeitiges Bildungssystem wirkt hoch selektiv: Kinder von gebildeten Eltern gehen in die AHS, Kinder von wenig gebildeten Eltern in die Hauptschule. Das heißt, dass gute Bildung quasi vererbt wird, unabhängig von der Begabung und den Fähigkeiten eines Kindes. Da Bildung zugleich auch über den späteren beruflichen Werdegang und die Einkommenssituation entscheidet, ist das in höchstem Maße unfair für den Einzelnen, zugleich ist es auch für die Volkswirtschaft eine Ressourcenvergeudung, da Neigungen und Talente nicht ausgeschöpft werden. Daher ist es so überaus wichtig, dass die Entscheidung über den Bildungsweg eines Kindes nicht bereits im Alter von 10 Jahren, sondern erst mit 14 oder 15 getroffen wird.

Darüber hinaus fordern wir für die gemeinsame Schule der 10 bis 14-Jährigen natürlich auch eine Qualitätsverbesserung. Dazu braucht es eine Reform der Ausbildung der PädagogInnen. Alle LehrerInnen müssen an den Universitäten ausgebildet werden, nur dort können sie neben der pädagogischen Qualifikation auch das entsprechende fundierte Fachwissen vermittelt bekommen. Und die Schulen müssen endlich als Ganztagsschulen geführt werden, wo Lernzeit und Freizeit einander ergänzen, denn nur so können die Schüler entsprechend gefördert werden.

Das Bildungsvolksbegehren halte ich daher für eine gute Initiative, um in Österreich das Bewusstsein zu schaffen, dass bei der Bildung endlich die Zeit für Reformen gekommen ist.