Metaller: Plus 1.120 Euro mehr im Jahr

Elfriede Schober, Betriebsratsvorsitzende bei Miba Sinter Austria, Rainer Wimmer, Vorsitzender der PRO-GE, Karl Dürtscher, Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Foto: Georg Hochmuth/ APA/ picturedesk.com

Elfriede Schober, Betriebsratsvorsitzende bei Miba Sinter Austria, Rainer Wimmer, Vorsitzender der PRO-GE, Karl Dürtscher, Bundesgeschäftsführer der GPA-djp
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Die Metaller erreichen einen Ausgleich bei der Arbeitszeit, mindestens 1.120 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Jahr mehr sowie bis zu 16 Prozent mehr für Lehrlinge.

Die Betriebsversammlungen und Warnstreiks zeigten Wirkung: In der siebenten Runde konnten PRO-GE und GPA-djp mit dem Fachverband Metalltechnische Industrie am 18. November den ersten Abschluss für die Metallindustrie erzielen. Inzwischen konnte auch mit allen weiteren Fachverbänden ein Abschluss erzielt werden. Damit gibt es auch 2018 wieder einen einheitlichen Abschluss für die gesamte Metallindustrie.

Der Abschluss im Detail

Durch den Abschluss ist sichergestellt, dass die durch die Arbeitszeitgesetzesnovelle entstandene Schieflage zugunsten der ArbeitnehmerInnen korrigiert wird. „Dank des großen Engagements der BetriebsrätInnen und der Solidarität der ArbeitnehmerInnen in den Betrieben ist mit diesem ersten Abschluss für die Metallbranche ein wichtiger Schritt gelungen. Hohe Zuschläge in Geld oder Zeit, bezahlte Pausen und gesicherte Ansprüche bei der Gleitzeit sind konkrete Verbesserungen. Die ArbeitnehmerInnen profitieren einerseits mehr von Überstundenleistungen, andererseits wird durch die Verteuerung dieser Stunden auch eine gesundheitsschädliche Dauersituation vermieden“, erklärten die Chefverhandler Rainer Wimmer und Karl Dürtscher und betonten, dass die Einigung zeige, wie wichtig gewerkschaftliche Kollektivvertragspolitik ist: „Wir konnten heute viele negative Auswirkungen des Arbeitszeitgesetzes der Regierung korrigieren und gleichzeitig mehr Selbstbestimmtheit für die Beschäftigten erreichen.“

Deutliche Lohn- und Gehaltserhöhung

Durch den vereinbarten Mindestbetrag von 80 Euro steigen die Mindest- bzw. Ist-Löhne zwischen 4,3 und 3 Prozent. „Die erreichten Lohn- und Gehaltserhöhungen sind angesichts der Inflationsrate von zwei Prozent kräftig und bedeuten mindestens 1.120 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Jahr. Das ist gerade für niedrige Einkommen ein ordentlicher Schub“, betonten die Chefverhandler.

Die Lehrlingsentschädigungen für die rund 6.600 Lehrlinge der Metalltechnischen Industrie werden kräftig angehoben: Im ersten Lehrjahr um 100 Euro auf 719 Euro, im zweiten auf 920 Euro (bisher 830 Euro) im dritten auf 1.204 (bisher 1.124) und im vierten Lehrjahr auf 1.590 Euro (bisher 1.520).

Überstundenzuschlag

Hinzu kommen Verbesserungen im Rahmenrecht wie etwa Zuschläge von 100 Prozent für die elfte und zwölfte Arbeitsstunde bzw. ab der 51. Wochenstunde. Dies soll ab 1. Juli 2019 gelten. Die Zuschläge können, verbunden mit starken Antrittsrechten für die Beschäftigten, auch in mehr Freizeit gewandelt werden.

Weiters wird bei langen Tagesarbeitszeiten von mehr als zehn Stunden eine bezahlte Pause von mindestens zehn Minuten im Kollektivvertrag vereinbart.